Unproduktive Flächen nutzen
Die Euphorie bezüglich Biotreibstoffe hat in letzter Zeit einen Dämpfer erhalten. Der Grund dafür ist eine von der EMPA durchgeführte Oekobilanz, die aufzeigt, dass nicht alle Biotreibstoffe eine gute Alternative für fossile Treibstoffe darstellen:
Zusammenfassung der Studie
Schlussbericht: Oekologische Bewertung von Biotreibstoffen
Zum Teil stimmt die Energiebilanz nicht, der Anbau ist ökologisch bedenklich (riesige Monokulturen mit Düngereinsatz) oder der Anbau geht auf Kosten der Lebensmittelproduktion. Vor allem der letzte Punkt birgt sozialen Sprengstoff.
Oekologisch sinnvoll und sozial unbedenklich ist eigentlich nur die Ethanolproduktion aus Abfall, Reststoffen und Holz. Der aus diesen Stoffen gewonnene Bioethanol wird am besten mit einem kleinen Anteil dem normalen Benzin beigefügt >
bEnzin5. Dieser Treibstoff verlangt keine Motorenanpassung und wird von Swisscom favorisiert.
Was den direkten Anbau von Biomasse zur Treibstoffgewinnung betrifft, so stellt sich die Frage, ob man nicht besser zuerst die unproduktiven Flächen für die Energieproduktion nutzen sollte. Einmal mehr sind wir also bei der direkten Sonnenenergienutzung mittels Solarzellen oder Sonnenkollektoren auf den ungenutzten Dachflächen angelangt. Da gibt’s weder Mais noch Kartoffeln.
Albert
Faktor 10 effizientere Strassenlampen
Während wir als Umweltmanager geduldig daran arbeiten, komplexe Geräte wie DSL-Modems und Settop-Boxen für Internet-TV effizienter zu gestalten, , lassen wir uns immer wieder gern inspirieren von Hochleistungen der Technik im Bereich Energieeffizienz.
Ein solches Beispiel findet man im wahrsten Sinn des Wortes auf der Strasse. Ein Strassenlampenmodul mit LED-Technologie mit einer Leuchtstärke von
6000 Lumen. Während gewöhnliche Strassenlampen mit vergleichbarer Leuchtstärke einen Stromverbrauch von rund 1000 Watt aufweisen, kommt die Alternative
mit LED-Technologie mit 10 Mal weniger Energie aus.
Informationen zu diesem Produkt finden Sie auf der Produktseite der Firma
Alder Newled. Der Schweizer Importeur für diese Produkte ist die Firma
PSL GmbH in Burgdorf.
Wenn solch dramatisch verfügbare Technik auf dem Markt ist, fragt sich, weshalb nicht nur noch solche Module eingesetzt werden. In einigen östlichen europäischen Ländern, die in unseren Augen wenig modern sind, scheint dies bereits der Fall zu sein. Ich hoffe, es gelingt bald, die Strassenplaner und Energieeffizienzspezialisten von einer Technologie zu überzeugen, die Einsparungen von bis zu 90% bringen kann und dabei erst noch ohne Schwermetalle (im Gegensatz zu den Stromsparlampen) auskommt.
Res
100-Dollar-Laptop als Vorzeigebeispiel für Energieeffizienz

Im Gespräch mit Produktverantwortlichen von Weltkonzernen wie Microsoft über Stromsparziele sucht man oft positive Vorzeigebeispiele im Bereich Energieeffizienz.
Häufig kommt in unserer Branche der Einwand, dass die ständige Verbundenheit mit dem Internet den höheren Stromverbrauch rechtfertigt.
Aus einem nicht in erster Linie komerziellen Projekt stammt nun ein Vorzeigebeispiel: der sogenannte
100-Dollar-Laptop wurde in erster Linie entwickelt, um eine bessere Ausbildung für Kinder in der dritten Welt zu ermöglichen und den sogenannten
Digital Divide zu verringern.
Dieser 100-Dollar-Laptop setzt nun bezüglich Stromverbrauch auch für die modernsten Hightech-Geräte einen Standard. Obwohl diese Laptops unter sich ein Netz von drahtlosen Verbindungen (WLAN-Technologie) unterhalten, das selbst im Standby-Modus weiterbetrieben wird, glänzt das Gerät mit 2 Watt im On-Mode und sogar sensationellen 0.25 Watt im Standby.
Dieser tiefe Standby-Verbrauch ist natürlich nicht Zufall: die Laptops müssen häufig entfernt vom Stromnetz betrieben werden und durch Stromquellen wie kleine Solarzellen, Windgeneratoren und vorallem 'human powered'-Generatoren betrieben werden. Letztere werden via Pedale, Kurbel oder Zugseil angetrieben. Einminütiges Aufladen soll die Computernutzung für eine Dauer von ca. 10-20 Minuten sichern.
Was hoffentlich ein Segen ist für die Entwicklung in Schwellen- und Entwickungsländern, könnte auch zur Entwicklung der Möglichkeiten für Energieeffizienz in grossen Elektronikonzernen...
Res