Kürzlich erhielten wir von einem Leser
unserer Umweltseiten eine Email mit dem Statement, dass die ganze Hysterie um den Klimawandel im Grunde genommen nichts anderes als Besitzstandwahrung von einigen Wissenschaftlern ist. Denn diese würden die Klimalüge dazu benutzen, um an Forschungsgelder zu kommen.
Eine kurze Internet-Recherche führte verschiedene Quellen mit kritischem Inhalt zu Tage: In der Ausgabe 19/08 der Weltwoche wurde beispielsweise über einen
Artikel in der Zeitschrift Nature berichtet, der sogar eine Abkühlung des Klimas voraus sagt.
Trotzdem kommt die überwiegende Mehrheit der Studien zum Schluss, dass der durch Menschen verursachte Klimaeffekt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bewiesen ist und eine signifikante Wirkung hat (
Interview mit Heinz Wanner; Münchener Rück:
Wetterkatastrophen und Klimawandel). Hinzu kommt, dass einige Beiträge mit dem Etikett ‚
Der Klimaschwindel’ wohl nicht sauber recherchiert worden sind.
Vorläufiges Fazit: 1:0, dass der Klimawandel echt ist.
Aber der Klimawandel kann auch durch die ökonomischen Brille betrachtet werden: Handeln wir jetzt und implementieren wir CO2-Reduktionsmassnahmen auf Basis der Voraussagen des IPCC, so kostet uns das 1% des BSP. Handeln wir nicht und warten wir auf die Folgen des Klimawandels, so kostet uns das im Endeffekt 5% des BSP (
Stern-Bericht).
Und wenn wir uns getäuscht haben und der Klimawandel nicht eintritt? Dann profitieren wir immer noch vom First-Mover Advantage: Denn die fossilen Energievorräte gehen unweigerlich zu Ende und somit wird ein Systemwechsel von fossilen zu erneuerbaren Energiequellen eintreten; je früher sich ein Land also dafür fit macht, umso eher wird es als First-Mover vom Wechsel profitieren können. Als Beispiel hierfür die Schweizer Firma
Meyer Burger.
Fazit: 2:0, dass es sinnvoll ist, sich bereits heute entschieden für Energieeffizienz und Reduktion der CO2-Emissionen einzusetzen.
Michael
P.S. für Diskussionen mit Klimaskeptikern: Die
Gristmill-Seite hat auf jeden Einwand eine Antwort.