Swisscom weltweit erster Unterzeichner von Stromsparzielen für Breitbandgeräte
| Von Res @ 16:35 | [ Umweltthemen allgemein ] |
Swisscom hat sich dazu verpflichtet, die Ziele des europäischen Code of Conducts mit Stromsparzielen für Breitbandgeräte zu erfüllen.
Darin sind Stromsparziele für DSL-Modems und für die Geräte auf der Netzseite gesetzt. Ein tiefer Standby-Wert für beide Gerätetypen bewirkt Energie- und Kosteneinsparungen beim Kunden und im Telekomnetz.
Die Anzahl der Anwendungen, die auf einer funktionierenden Breitbandverbindung basiert, wird zunehmen: Internet, Fernsehen übers Internet, Telefonie übers Internet und für die Zukunft auch die Steuerung von Geräten („Home Automation“). Energiebewusste Konsumenten werden die angeschlossenen Geräte wenn möglich ausschalten, spätestens aber bei der Telefonie übers Internet werden wegen der Erreichbarkeit dafür Grenzen gesetzt. Deshalb ist ein tiefer Standby-Verbrauch der Modems äusserst wichtig.
Mit der Verpflichtung zu den Stromsparzielen und deren Kommunikation an unsere Lieferanten zeigt sich auch eine Crux: wir sind eingebunden in eine weltweite Branche mit Lieferanten und Standards, die tiefe Standby-Werte noch wenig unterstützt. Aufgrund des Drucks aus Europa bewegen sich inzwischen aber auch Weltfirmen- und gremien. Bis zur konkreten Umsetzung in den entsprechenden Geräten können leider noch Jahre vergehen. Bis dahin wird der Konsument – mangels Hintergrundwissen – den Fehler vor allem beim eigenen Telekomanbieter suchen.
Wir können nur versprechen, dass wir unsere Lieferanten und Partner so stark unter Druck setzen, wie es eine erfolgreiche Zusammenarbeit noch erlaubt.
Res

Mensch wie Maschine müssen Standby-Modi beherrschen
Kommentare
2007-03-02 10:40:34
Der Artikel enthält einen gravierenden Fehler! Es müsste heissen:
Der Kunde mit Hintergrundwissen weiss, dass der Fehler vor allem beim Telekomanbieter liegt. Dieser hat es über Jahre verschlafen, den Energieverbrauch als Kriterium bei der Selektion eines Lieferanten in betracht zu ziehen. Es gab somit für den Lieferanten keinen Anreiz, entsprechende Geräte zu produzieren. Der End-Kunde hat(te) zudem keine Möglichkeit ein besseres Produkt zu wählen, wollte er nicht die Subvention des Telekomanbieters verlieren.
Zudem unterliess es der Telekomanbieter gänzlich, die Verbrauchswerte zu deklarieren. Klar doch, es hat ja schliesslich jeder ein Wattmeter zuhause.
Wir lernen: jeder Siebenschläfer erwacht irgendwann einmal. Und unter den Lahmen ist der Einbeinige König.
2007-03-02 12:34:39
Ich möchte dazu nur mit Fakten antworten:
- der Lieferant unserer Settop-Box z.B. wurden vor 2 Jahren vertraglich zu einem Standby-Wert verpflichtet, der weit unterhalb den Forderungen des europäischen Code of Conducts liegt. Er konnte diese Vorgabe leider nicht erfüllen. Alternativen im Markt gibt es heute kaum, weil es sich um eine neue Technologie handelt.
- beim Breitbandequipment hätte man in der Tat früher intervenieren können, ADSL-Modems gibt es ja schon einige Jahre. Aber: Swisscom hat massgeglich dazu beigetragen, dass 2006 endlich ein Code of Conduct geschaffen wurde und hat nun als erstes Unternehmen der Welt diesen unterschrieben.
- Für die Schaffung von Standby-Modi bei DSL-Modems braucht es die Änderung internationaler Standards. Swisscom hat initiert, dass inzwischen rund 10 internationale Operator und mehrere Hersteller intensiv an diesem Thema arbeiten.
Persönlich finde ich es schade, wenn unser Mut, internationale Stromsparforderungen als erstes Telekomunternehmen der Welt zu unterschreiben, nicht honoriert wird. Es hält uns aber nicht davon ab, Firmen und Operator, die um Faktoren grösser sind als wir, zum Mitmachen zu bewegen. Denn allein können wir die Branche nicht ändern.



