„CO2-Wertpapiere“
| Von invalid @ 16:41 | [ Umweltpolitik ] |

In letzter Zeit ist viel von CO2-Neutralität und CO2-Kompensation die Rede. Die Herstellung von Produkten oder die Bereitstellung von Dienstleistungen erfordert Energie, die meistens mit der Emission von CO2 aus fossilen Energieträgern (Treibstoffe, Stromerzeugung aus Erdöl, Kohle, Gas etc.) verknüpft ist. Um für ein Produkt oder ein ganzes Unternehmen dennoch CO2-Neutralität zu erreichen, wurde die Methode der Kompensation eingeführt (flexibler Mechanismus des Kyoto-Protokolls).
Die CO2-Kompensation besteht darin, dass ein Unternehmen eine bestimmte CO2-Menge emittieren darf, wenn dafür ein anderes dieselbe Menge kostengünstiger einspart und dafür vom ersten bezahlt wird. Damit das in der Praxis funktioniert, wurde ein Handel mit CO2-Emissionszertifikaten (auch „Verschmutzungsrechte“ genannt) eingeführt. So weit, so gut.
Um den Handel mit den CO2-Wertpapieren gleich zu Beginn zum Laufen zu bringen, haben die am Handel beteiligten Staaten die „CO2-Notenpresse“ in Gang gesetzt. In einer ersten Handelsperiode der EU sind die Zertifikate ohne vorgängige CO2-Einsparungen kostenlos an die grossen Unternehmen verteilt worden. Es gab folglich wenig Interesse von andern Unternehmen, diese inflationären Papiere zu kaufen. In der Zwischenzeit hat man daraus gelernt und die Zertifikate verknappt.
Im Gegensatz zu dieser fraglichen Handel-orientierten CO2-Kompensation stehen direkte Kompensationsprojekte, wie sie z.B. von myclimate und andern angeboten werden. Hier ist die CO2-Kompensation konkret und nachweisbar. Damit kann sich auch Swisscom anfreunden, setzt aber den Schwerpunkt nach wie vor auf betriebliche Investitionen für CO2-Reduktionsmassnahmen.
Albert




