2008-03-31

„CO2-Wertpapiere“

Von invalid @ 16:41 [ Umweltpolitik ]


In letzter Zeit ist viel von CO2-Neutralität und CO2-Kompensation die Rede. Die Herstellung von Produkten oder die Bereitstellung von Dienstleistungen erfordert Energie, die meistens mit der Emission von CO2 aus fossilen Energieträgern (Treibstoffe, Stromerzeugung aus Erdöl, Kohle, Gas etc.) verknüpft ist. Um für ein Produkt oder ein ganzes Unternehmen dennoch CO2-Neutralität zu erreichen, wurde die Methode der Kompensation eingeführt (flexibler Mechanismus des Kyoto-Protokolls).

Die CO2-Kompensation besteht darin, dass ein Unternehmen eine bestimmte CO2-Menge emittieren darf, wenn dafür ein anderes dieselbe Menge kostengünstiger einspart und dafür vom ersten bezahlt wird. Damit das in der Praxis funktioniert, wurde ein Handel mit CO2-Emissionszertifikaten (auch „Verschmutzungsrechte“ genannt) eingeführt. So weit, so gut.

Um den Handel mit den CO2-Wertpapieren gleich zu Beginn zum Laufen zu bringen, haben die am Handel beteiligten Staaten die „CO2-Notenpresse“ in Gang gesetzt. In einer ersten Handelsperiode der EU sind die Zertifikate ohne vorgängige CO2-Einsparungen kostenlos an die grossen Unternehmen verteilt worden. Es gab folglich wenig Interesse von andern Unternehmen, diese inflationären Papiere zu kaufen. In der Zwischenzeit hat man daraus gelernt und die Zertifikate verknappt.

Im Gegensatz zu dieser fraglichen Handel-orientierten CO2-Kompensation stehen direkte Kompensationsprojekte, wie sie z.B. von myclimate und andern angeboten werden. Hier ist die CO2-Kompensation konkret und nachweisbar. Damit kann sich auch Swisscom anfreunden, setzt aber den Schwerpunkt nach wie vor auf betriebliche Investitionen für CO2-Reduktionsmassnahmen.

Albert

2008-02-12

Falsche Signale von der Klimafront

Von invalid @ 16:07 [ Umweltpolitik ]


Die Schweiz ist weit davon entfernt, ihr CO2-Reduktionsziel bei den Treibstoffen zu erreichen. Statt wie vorgesehen zu reduzieren ( 8% von 1990 bis 2010), stehen wir mit 9% im Plus. Dennoch hatte Bundesrat Leuenbergers Lenkungsabgabe von 50 Rappen pro Liter Benzin ab 2010 nicht die geringste Chance. Auch eine viel kleinere Abgabe hätte wohl keinen Erfolg gehabt. (Zum Vergleich: Mit den zusätzlichen 50 Rappen wären wir immer noch tiefer als viele europäische Länder – noch dazu mit teilweiser Rückerstattung).

Nach wie vor wird in der Schweiz auf den Klimarappen gesetzt (1.5 Rappen pro Liter Benzin). Das ist keine Lenkungsabgabe, sondern eine Steuer. Sie bewirkt wohl kaum eine Treibstoffeinsparung, hat aber einen Topf mit Geld geschaffen, dessen Verwaltung und Ausschüttung recht aufwändig ist.

Von der Strasse aufs Wasser: Der Bundesrat möchte, dass auch in der Schweiz Wassertöffs zugelassen werden. Diese verursachen jede Art von unerwünschten Emissionen (CO2, Luftschadstoffe, viel Lärm). Nun, die Kantone können noch bremsen und werden es wohl auch tun.

Politisch passiert also wenig in Sachen Klimaschutz und dazu kommen noch kontraproduktive Entscheide. Als Umweltmanager wird einem die Arbeit in diesem Umfeld nicht gerade leicht gemacht. Es wäre zu wünschen, dass die Politik wieder mal einen Schritt vorwärts macht, statt nur auf die Freiwilligkeit von Privatpersonen und Unternehmen zu setzen.

Albert